Das war eine Horrormeldung.
Gerade haben wir einen sehr erfolgreichen Workshop in Bad Segeberg beendet. Während der anschließenden Auswertung wird mein Kollege mir schräg gegenüber sehr nervös. Schweißperlen treten ihm nicht wegen der Hitze auf die Stirn. Sein Autoschlüssel ist weg, spurlos verschwunden. Er befragt alle Anwesenden. Keiner hat seinen Schlüssel gesehen. Die Sucherei geht los. Hotelrezeption, Servierpersonal, alle Kollegen werden mehrmals befragt. Viele versuchen zu helfen, ohne positives Ergebnis. Alle Handlungen der letzten Stunden wurden rekonstruiert: Koffer ins Auto gebracht. Von außen verschlossen. Auf die Toilette. Zur Auswertung. Nichts Besonderes.
Der Schlüssel kann auch nicht im Wagen sein. Bei einem gleichen Autotyp getestet, wann sich die Türen automatisch verschließen und wann nicht. Dass der Schlüssel im Auto liegt, konnten wir ausschließen. Der Schlüssel war weg; verlegt, verloren oder gestohlen.
Mit der Mercedes-Werkstatt während der Mittagszeit telefoniert. Der zuständige Mann ist zu Tisch. Nach einer halben Stunde erneut: Um den Schlüssel noch am gleichen Tag zu ersetzen, hätte es 250 Â gekostet.
Der Schwiegervater wird eingeschaltet. Von Münster nach Bad Segeberg solle er den Ersatzschlüssel aus der Wohnung meines Kollegen mit der Bahn bringen. Sicher ist sicher. Fahrkarte erworben für 50 Â und noch den Nachmittagszug erreicht.
Dann drückt nochmals die Blase. Mein Kollege geht zur Toilette. Mitten auf dem Waschbecken liegt sein Schlüssel. Seine Lebenssäfte kehren zurück. Die blasse Haut wird frisch. Ein übler Scherz? Wir wissen es nicht. Der Schwiegervater kann in Osnabrück den Zug verlassen und zurückfahren.
Und die Lehre aus der Geschichte: Traue deiner eigenen Wahrnehmung nicht immer und habe immer einen Ersatzschlüssel am Mann  nur wo am Mann, dass kann ich noch nicht sagen.