Greg Bear “Die Stadt am Ende der Zeit”, Roman, Heyne, 2008

Philosophie, Märchen, Fiktion, Wissenschaft, Visionen, Phantasie – alles ist enthalten im Roman “Die Stadt am Ende der Zeit” von Greg Bear. Nicht einfach geschrieben, schwierig rein zukommen, doch dann spannend und anstrengend. Das liest man nicht mal so am Stück weg. Und wenn der Leser das Buch geschafft hat, ist er froh, wenn er auch einen (Groß-) Teil verstanden hat.

Die WELT, das UNIVERSUM, der ANFANG und das ENDE.

Am Anfang ist das WORT.

Ralf Isau “Die Galerie der Lügen”, Roman, Bastei Lübbe, 2007

Im Klappentext steht die Frage: “Wie fühlt ein Mensch, der Frau und Mann zugleich ist?” Und in der Steigerung geht es um die Behauptung, dass Darwins Evolutionstheorie ein großer Irrtum sei.

Außerordentlich unterhaltsam, spannend und lehrreich ausgedachter Roman. Ich finde zusätzlich besonders gut recherchiert. Isau hat sich mit diesem Buch übertroffen. So viele Fakten und Gedanken über philosophische Thesen und Gegenthesen, wissenschaftliche Erkenntnisse; manches nach meiner Meinung auch pseudo-wissenschaftliche Ergüsse, um den Roman im Fluss zu halten.

Teebeutel versus Haschisch

Als kleine Aufmerksamkeit in der kalten Jahreszeit wurden am 13.11.2008 zwei Teebeutel nach Paris geschickt. Normalerweise dauert das zwei bis vier Tage, doch dieses mal war es anders. Erst am 18.02.2009 wurde die Post zugestellt. Mehrfach geöffnet und kontrolliert schwirrte das Corpus delicti bei den französischen Behörden herum, ohne dass man auf die Idee kam, sich den Tee selbst auf zu brühen. Der Inhalt hätte ja auch vergiftet sein können.
In der Annahme, das es sich um Drogen handele, wurde der Brief in die verworrenen Kanäle des Geheimdienstes verbannt. Nachdem dann endlich klar war, dass die zwei Beutel “nur” gemeinen Tee enthielten, kam es zur Zustellung am 18.02.2009.
Ein starkes Stück aus dem Tollhaus der Sicherheitsfanatiker im alltäglichen Wahnsinn .

Hier der Beweis:
http://busy.curlybracket.org/data/letters/letter-from-mom_took-them-3-months-to-distinguish-dope-from-tea-small.jpeg

Gedanken dazu: Der Kapitalismus ist dem Untergang geweiht

Der Kapitalismus wird als Verlierer aus der gegenwärtigen Krise herausgehen, weil er sich seit 1990 als entfesseltes und unmenschliches Wirtschaftssystem geriert hat.

Solange noch das “sozialistische Wirtschaftssystem” vorhanden war, musste sich die kapitalistische Wirtschaftsordnung als soziale Marktwirtschaft erschaffen. Nach dem Zusammenbruch der östlichen angeblichen sozialistischen Ordnung nimmt dieses System keine Rücksicht mehr. Das Ergebnis zeigt sich als Massenverarmung, Arbeitslosigkeit,  Wirtschafts- und Finanzkrise, ungerechte Umverteilung von unten nach oben sowie Ausbeutung der Welt zulasten des Klimas, der armen Länder und grundlegend als unglaublicher Betrug an den Menschen. Sozialabbau und Abbau der freiheitlichen Grundrechte gehen einher mit Überwachung und Beschneidung der Bürger, mit immer mehr Demagogie und Entfremdung.

Nicht heute oder morgen wird dieses Wirtschaftssystem zugrunde gehen. Dafür gibt es gegenwärtig keine revolutionäre Situation. Unausweichlich wird immer deutlicher, dass sich Kräfte des Fortschritts sammeln und einigen müssen, um diesen Prozess zu beschleunigen.

Es bleibt zu hoffen, dass der Rechtsstaat mit seiner freiheitliche Demokratie in der Lage sein wird, sich zu erneuern und zu reformieren. Solange aber der Staat (als Zusammenfassung aller Staaten) den Banken Billionen von Dollars und Euros liefert, um dieses ungerechte System am Laufen zu halten und nicht die grundlegenden Fragen stellt, um richtige Antworten für eine gerechte Zukunft zu finden, bleibt die gesellschaftliche Entwicklung in dieser Hinsicht ungewiss.

Ralf Isau „Die Dunklen“ Thriller, Piper, 2008

Die angesehene Pianistin Sarah d’Albis hört in Weimar kurz nach dem Brand der Anna Amalia Bibliothek ein Konzert; ein bei den Aufräumungsarbeiten gefundenes Musikstück von Franz Liszt, welches glücklicherweise nicht bei dem Brand verloren gegangen ist. Es entwickelt sich eine schnelle Storie um Geheimbünde und Weltverschwörung. Liszt hatte in sein Musikstück eine Botschaft gekleidet, die nur von wenigen Menschen erkannt werden kann. Quer durch Europa gehen die Recherchen der Pianistin. Bis sich der Nebel lichtet müssen mehr als 680 Seiten gelesen werden. Sehr komplex und gut recherchiert. Spannend und unterhaltsam bis zur letzten Zeile.

Verkehrte Welt ?

Nachdem dem Koch der Ypsilanti-Auflauf wegen Stimmenmangels nicht im Hals stecken geblieben war, ist es nun der Glos im Hals, der einigen Politikern die Stimmung am Wochenende vermiest hatte. Seehofer gezierte sich wie FJS. Merkel taucht mal wieder ab und die JUSO-Vorsitzende Franziska Drohsel sprach auf einem Kongreß von der Abschaffung des Kapitalismus, als wären die JUSO’s die Jugendorganisation der Partei Die Linke. Verkehrte Welt?

Keine Empfehlung: Splendid Kaffeehaus

Das ist keine Empfehlung, das SPLENDID Kaffeehaus im Dussmann Kulturkaufhaus Berlin. Folgender Dialog spielte sich heute, am 07.02.2009, zwischen mir und der Serviererin ab:

Gast: “Ein Tee -– ein Assam”.

Serviererin: “Mit Kohlensäure oder ohne?”

Gast: “?” – Verwirrung -

Serviererin: “Ihr Wasser!”

Gast: “Wasser? – Ein Tee: ein Assam -– und als Kännchen mit Zitrone…”

Serviererin: – genervt – “Wir haben nur Darjeeling und Earl Grey!”

Gast: “Dann Earl Gray.”

Die Serviererin bringt den Tee. Eine große Tasse.

Gast: “Wieso kein Kännchen?”

Serviererin: “Ham wa nich!” – und geht. Gereizter Abgang.

Gefährliches Geschwafel wird zum Trauerspiel

Die SPD erkennt ihre Probleme nicht! Im Gegensatz zur SPD, die weiter an der Agenda 2010 festhielt und festhält, wie Heiner Geißler von der CDU erklärte (Tagesspiegel vom 25.01.2009), hat Merkel sich vom  neoliberalen Programm des Leipziger Parteitages getrennt. Und der Vorsitzende der SPD, Müntefering,  hat nichts weiter zu tun als mit aggressiven Sprüchen von den eigenen Problemen abzulenken. “Die Linkspartei vertritt auf Bundesebene eine nationale soziale Politik”. (FAZ 25.01.2009). Da wird eine Partei in die nationalsozialistische Ecke gestellt, obwohl auch Müntefering nicht so geschichtslos sein sollte und Leute angreift, die im deutschen Widerstand gegen das Naziregime große Opfer gelassen haben. Glaubt er denn, dass man mit Demagogie und markigen Ansagen die SPD retten kann? Ist der Mann so unsensibel, dass er nicht erkennen kann, wo die eigentlichen Probleme des Niedergangs der deutschen Sozialdemokratie liegen?  Auf die SPD ist kein Verlass;

Wortbruch – das ist ihr Problem

und das schon in ihrer ganzen Geschichte!